Samstag, 11. Oktober 2014

Es ist still geworden...

Hey ihr lieben,

es ist still geworden hier... und das, obwohl ich eigentlich sogar Zeit habe zu bloggen....
Das Problem ist, dass ich eine Hemmschwelle beim Schreiben habe...
Irgendwie scheint nichts gut genug zu sein, um den Weg in den Blog zu verdienen.

Trotz allem wollte ich euch mal ein Update geben, wie es mir geht.

Ich bin noch immer in der Tagesklinik und langsam, aber leider wirklich ganz langsam fühle ich mich stabiler. Mit den Medikamenten habe ich es aus der schwersten Depression geschafft und kann jetzt auch Themen angehen, die nicht so angenehm sind...
Leider haben die Medis eine doofe Nebenwirkung.... ich bin recht emotionslos... weder kann ich richtig leiden (was ja Sinn der Medis ist..) aber auch die Gegenseite... also so richtige Freude ist irgendwie nicht möglich.
Es ist, als ob man stumpf auf alles schaut, was passiert.

Die Zeit in der Klinik habe ich auch genutzt um das reale Leben wieder mehr zu genießen... erstmal weg aus der medialen Welt (habe z.B. mein Facebook deaktiviert, bin bei Instagram deutlich inaktiver und auch hier habt ihr ja gemerkt, dass es ruhig ist...)
Ich habe die Zeit mit neuen "Freunden" (bzw. Leuten bei denen ich hoffe, dass sie solche werden) aus der Klinik verbracht....
In so nem Haufen Psychos findet man schon schnell Menschen, die einem wirklich nah sind...
Und so habe ich Spielplatzstunden, Videoabende, gemeinsames Kochen, Mädels-Beautyabende, spontanshoppingtouren nach Hannover usw hinter mir.
Auch alte Freunde haben mir auf die Füße geholfen...
Spieleabende, Lästerstunden, Flohmarktverkaufstage, eine ganze Nacht durchsingen mit Klavier und Gitarre...

Wenn ich nicht mit anderen unterwegs war habe ich mich mal wieder auf Dinge besonnen, die mir immer gut getan haben, für die ich aber irgendwann keine Ruhe mehr gefunden habe.
Ich habe mein Keyboard wieder aufgebaut, nachdem ich mich in der Klinik endlich wieder ans Klavier gewagt habe, habe mir eine Gitarre gekauft und übe fleißig Akkorde und nehme öfter mal ein Buch, um mich einfach irgendwo in der Natur auf eine Bank zu setzen und zu lesen....

Insgesamt bin ich auf einem guten Weg.
Zwar noch nicht gesund... und ich bin mir auch nicht sicher, ob man ganz gesund werden kann oder nur lernen kann mit der Krankheit umzugehen. Ich habe noch Panikattacken und auch mein Essen habe ich absolut nicht im Griff...
Aber... alles auf einmal geht auch irgendwie nicht...

Freue mich, wenn ich in den Kommentaren was von euch lese.
Wie geht es euch? Was macht ihr???

Liebste Grüße

Nicky

Kommentare:

  1. Liebe Nicky,
    ich muss zugeben, dass ich deine Blogeinträge vermisse, umso mehr freut es mich, dass du nun ein paar Zeilen geschrieben hast.
    Aber ich freue mich, dass du die Chance, die sich dir nun durch deinen Aufenthalt in der Tagesklinik bietet, nutzt, auch wenn es ein längerer und bestimmt nicht leichter Weg ist. Hin und wieder wenn ich in den Blogs unterwegs bin oder auf Instagram oder wenn ich laufen gehe, denke ich an dich und was du wohl gerade so machst und wie es dir so geht. Es freut mich, dass du dich an Dinge erinnerst, die dir früher gut getan oder dir Freude gemacht haben und dir nun Zeit dafür nimmst sie wieder zu tun. Du bist auf dem richtigen Weg und ich bin sicher dass du irgendwann zurückblickst und sagen kannst "Mann, ich hatte eine echt beschissene Zeit, aber ich habe es überstanden und jetzt geht es mir wirklich gut".

    Du fragst, was wir so machen. Also, ich stehe gerade kurz vor meinem ersten Halbmarathon und werde so langsam nervös, was mich aber nicht davon abhält, noch ein wenig unspezifisch über einen "ganzen" Marathon nachzudenken. Dazu lese ich gerade viele Bücher obwohl ich lieber lernen sollte und nehme mir (wie du) Zeit für Dinge die mir gut tun.

    Liebe Grüße und fühl dich ganz doll gedrückt :)

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  2. hallo! ich freue mich, dass es dir besser geht. darf ich fragen, was deine diagnose ist? ich habe eine freundin mit bipolarer störung und war früher selbst von starken depressionen betroffen. allerdings hatte ich erst eine "heilung" als ich von den medis weg war, denn ich konnte den zustand, den du beschreibst, gar nicht ertragen, ich fand diese gleichgültigkeit schlimmer als die depressionen, weil ich das gefühl hatte lebendig begraben zu sein. ich bins dann anders angegangen, aber das sprengt jetzt hier den rahmen.
    ich wünsche dir weiter viel erfolg in der therapie und freue mich, bei dir zu lesen. lg, crossi

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  3. Liebe Nicky,
    ich freue mich zu lesen, dass es dir besser geht. Mich hat deine Krankheit sehr betroffen gemacht; meine Tochter zwei Jahre jünger als du und ebenfalls bei einer Bank beschäftigt hat ähnliches durchgemacht. Allerdings haben wir es früh genug bemerkt und rechtzeitig Hilfe gefunden.
    Es ist ein langer Weg den du noch vor dir hast aber ich bin mir sicher, dass du schaffst ihn zu gehen. Nimm die Hilfe, die du bekommen kannst....am Ende wirst du wissen, wer deine wirklichen Freunde sind.
    Ich drück dir die Daumen, dass du es schaffst, ganz schnell ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen!
    Alles Liebe
    Beate

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  4. Alles ist gut genug für den Blog.
    Es muss nicht unbedingt immer etwas passiert sein sondern es reicht wenn du über iwas schreibst.
    Ich hab mal in einer schreib Werkstatt gehört dass eine Szene wo jemand nur auf einem Stuhl sitzt und nachdenkt bzw seine Umgebung beobachtet viel interessanter als eine Action Szene sein kann wo Autos crashen und super man runter geschwebt kommt

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  5. Hallo Nicky,
    schön von dir zu lesen. Es muss ja nicht immer viel passieren, aber wenn es in kleinen Schritten weitergeht, ist es doch schonmal gut.
    Ich war im Urlaub und nun hat mich der Alltag wieder. Bin reumütig zu LCHF zurück gekehrt, obwohl es mir gerade an den Wochenenden nicht leicht fällt bzw. Ausrutscher vorgeplant sind.
    Gut dass du das ganz als Krankheit akzeptierst, hat bei mir auch ne Weile gedauert. Du machst was, dass es dir wieder gut geht und wirst es auch schaffen, da bin ich mir ganz sicher!

    Liebe Grüße,
    Caro

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  6. Liebe Nicky, es tut gut zu hören, dass du auf deinem Weg bist. Ich hab mir schon Sorgen gemacht. Mir geht es soweit gut, aber seitdem ich wieder arbeite, bleibt viel weniger Zeit für Internet, deshalb gucke ich nicht mehr so oft hier vorbei. VLG, S aus B

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  7. Schön, vor Dir zu lesen und schön, dass es Dir besser geht. Das mit dem Abstumfen fand ich damals auch, aber ich fand das sehr angenehm. Den Kopf mal erholen und freipusten, so habe ich das empfunden. Den Ärger, die Erschöpfung, die Enttäuschung erstmal raus aus dem Kopf und mit Neuem füllen. Genau wie Du es gerade machst, schöne Zeit verbringen, mit Dingen, die einem Freude machen und für die man so lange keine Zeit mehr hatte. Ich hatte zwar "nur" einen depressiven Erschöpfungszustand, weil ich über Jahre geschuftet hatte wie eine Blöde, aber man scheint für die Heilung ähnliche Dinge tun zu müssen. Was aber wohl das Ausschlaggebende bei mir war, was dass ich meinem Job geschmissen habe, denn das war der Auslöser. Meine beiden Seelentröster übrigens: Ehemann und meine kleine Schnuffelschnute Ronja (Hund). Ich wünsche Dir weiterhin viel Kraft auf Deinem Weg und lasse Dir eine virutelle Umarmung hier.
    Denke dran: "Es gibt immer einen Ausweg, aber verdammt warum muss ich erst durch ein Labyrinth laufen?!"

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