Donnerstag, 25. August 2016

Was mich aus dem Leben holte...

... und gleichzeitig ins Leben zurückbrachte....

22.12.2015......

Ein Morgen, wie man ihn nicht braucht.... eine grausame Nacht hinter mir, mit furchtbaren Unterleibsschmerzen aufgestanden und kurz überlegt, ob der Weg zur Arbeit nicht gegen den Weg zum Arzt getauscht werden sollte...
Doch das geht ja nicht... kurz vor Weihnachten.... also.... auf zur Arbeit...

Viel zu spät und mit minimal schlechter Laune stieg ich gegen 7:10 in mein Auto um mich auf den Weg zu machen.... in dem Moment wusste ich noch nicht, dass mein Tag nur ein paar Minuten später noch schlimmer werden und mein ganzes weiteres Leben verändern würde.

Ich erinner mich noch ganz genau.... es war dunkel und nass an dem Morgen. In meinem Radio lief das Hörbuch "Über uns der Himmel, unter uns das Meer" von Jojo Moyes und ich fuhr wie immer entgegen des üblichen Berufsverkehrs auf der Landstraße Richtung Arbeit.

Und dann passierte alles innerhalb von Sekunden. Ich kam aus der Senke raus, vor mir Scheinwerfer auf meiner Fahrbahn und in meinem Kopf nur der Gedanke mein Lenkrad noch ein bisschen zur Seite zu reißen, um das Auto da vor mir nicht vollkommen frontal zu treffen.
Ich weiß, dass ich wie automatisch den kleinen Schutzengel mit den Augen fixierte, den mir meine beste Freundin ein halbes Jahr zuvor an den Rückspiegel gehängt hatte.

Und dann ein Knall ... ohrenbetäubend.... Danach nur Rauschen in meinen Ohren und irgendwo nahm ich Schreie wahr.
Jemand kam angerannt, sprach mit mir, beruhigte mich und ich registrierte, dass die Schreie von mir selbst kamen. Jemand anders schrie, dass man mich aus dem Auto holen müsste, weil alles qualmen würde. Ich roch Rauch, wollte weg... aber konnte nicht...
Wieder die beruhigende Stimme... der Notarzt sei informiert, er sei von der Berufsfeuerwehr und grad auf dem Weg nach Hause, ich soll mir keine Sorgen machen, der Rauch käme nur vom Airbag.... - wie gern würde ich mich bei diesem Menschen bedanken, aber ich weiß nicht, wer er war.





Über eine Stunde brauchten sie um mich aus dem Auto zu holen.... 40 Einsatzkräfte waren im Einsatz.
Die Diagnose...... 3fach-gebrochene Hüfte mit Beteiligung des vorderen und hinteren Pfeilers, gebrochener Trochanter Major, gebrochener Lendenwirbel und gebrochene Mittelhandknochen 3 und 4...

4 Wochen Krankenhaus, 3 OPs, 2,5 Monate Rollstuhl... danach hartes Laufen lernen.
Noch immer - und wahrscheinlich FÜR IMMER - täglich Schmerzen und ein leichtes Hinken.

Dieser Unfall hat mich komplett lahm gelegt.... Mich komplett auf mich zurück geworfen, mir Schmerzen und Arbeit bereitet...

Aber..... er hat mir auch etwas gegeben...




Er hat mir gezeigt, dass auch die schlimmsten Situationen mit den richtigen Menschen mit einem Lächeln zu ertragen sind.
Er hat mir gezeigt, dass ich leben will.
Er hat mir gezeigt wie stark ich bin.
Und, dass es viel schlimmere Dinge gibt als zu viel zu wiegen.

Die letzten 8 Monate haben mir neben allem Übel einfach auch Lebenslust gegeben....
... und vielleicht war es das, was das Schicksal bezweckt hat.

Passt auf euch auf !

Liebste Grüße

Nicky




Mittwoch, 24. August 2016

Einsamer Single oder glücklicher Mingle?

Hallo ihr lieben, 

ja..... ihr seht wirklich richtig. Es ist wirklich ein Post von mir. Vor etwas über einem Jahr habe ich mich von euch verabschiedet, weil sich das Schreiben nicht mehr authentisch angefühlt hat.... Und glaubt mir.... In diesem Jahr ist viel passiert... Aber dazu an anderer Stelle mehr.  

Jetzt erstmal zu dem Thema der Überschrift. 
An meinem Single-Dasein hat sich nämlich nichts geändert. Mittlerweile gehe ich schon fast 4 Jahre ohne Partner durchs Leben.
Doch stört mich das ?

Einerseits muss ich diese Frage mit einem klaren JA beantworten. Es gibt genügend Momente, in denen ich mich frage, warum mich keiner lieben kann. In denen zweifel ich dann an mir selbst, schiebe es auf mein Gewicht, nur um mich gleich wieder zu revidieren, denn schließlich war ich während meiner Single-Zeit durchaus mal sehr schlank. 
Es gibt Momente, in denen sehne ich mich danach anzukommen, Sicherheit bei einer anderen Person zu finden, einfach geliebt zu werden, auch wenn ich mit Lodderklamotten und Zottelhaaren, eine Tüte Gummibärchen im Arm auf dem Sofa liege.
In diesen Momenten bin ich neidisch auf alle die, die glücklich verkünden, dass sie Kinder kriegen oder heiraten und ja.... Ich hasse meinen Single-Status, wenn ich auf die Hochzeiten eingeladen werde.

Aber andererseits, gibt es sooooooo viele Momente, in denen ich die Frage mit einem klaren NEIN beantworten muss.
Wenn ich nämlich auf diesen Hochzeiten nicht ständig nervös auf mein Handy gucken muss, weil zu Hause die Kids mit dem Babysitter sitzen oder niemand beleidigt zu Hause sitzt, weil ich den 5. Tag in der Woche nach der Arbeit noch was schönes mit einer Freundin machen will. Die Momente in denen ein Spontantrip auch wirklich spontan sein kann, weil ich mich nach nichts und niemandem richten muss und ich auch sexuell Erfahrungen sammel, die ich in einer Beziehung zu 90 % nicht gesammelt hätte....
Es gibt diese Momente in denen ich es liebe, dass es so tolle Dinge wie eine Freundschaft+ gibt, die ich ganz einfach in meinen sowieso schon übervollen Terminkalender eintragen kann und dass es die Muffelig-Situationen nicht gibt, wenn man nicht zur gleichen Zeit Lust auf Intimitäten hat wie der Partner,  weil wir uns nur dann treffen, wenn wir beide auch Lust und Laune haben 😉

Es hat also alles seine Vor- und Nachteile.... Während es Tage gibt, an denen mich meine Freundin um meine Freiheit beneidet, gibt es genauso Tage, an denen ich sie um ihr geordnetes Familienleben beneide. Und trotzdem genießen wir im großen und ganzen das was wir haben.  Denn was wäre das Leben wenn wir nicht einfach mal genießen könnten, was wir sowieso nicht einfach ändern können.

Von daher ist meine Antwort  ....
Ich bin beides.... abhängig von meiner Tagesform ....
Einsamer Single UND glücklicher Mingle!

Und bei euch so ? 

Liebste Grüße 

Nicky